Marbach. Heute geht es nicht um Schillerlocken, um dünn geräucherte Bauchscheiben des Dornhais, auch nicht um mit Schlagsahne gefüllte Blätterteigröllchen, die zu Ehren des Dichterfürsten Schiller verspeist werden. Ob der mit dem Stigma des Geistes geehrte Meister Friedrich sich angesichts der Volkskrönung seines Namens im Grab herum drehen würde, halte ich für ausgeschlossen. Wir kennen selbstredend sein bekanntes Zitat: „Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.“
„Auch heute noch?“
„Dummheit ist tödlich“ lautet die Schlagzeile eines FOCUS online Artikels, der sich mit einer tödlichen Dummheit der besonderen Art auseinandersetzt.
„Am 10. November 1759 kommt Schiller im schwäbischen Marbach zur Welt, studiert zunächst Jura, dann Medizin, und erlebt mit 22 Jahren den Durchbruch als Dichter: mit dem Theaterstück „Die Räuber„. Er ist mit einem Schlag berühmt, ein Erfolgsautor, dessen Stücke das Publikum erregen und an der Seele packen. Kritiker werfen Schiller übertriebenen Pathos vor. Einige Romantiker sollen lauthals gelacht haben, wenn sie in kleinem Kreis eine Schiller-Ballade vortrugen. Doch im Pathos ist Schillers Geist ganz bei sich selbst: ein Geist, der voller Unruhe, Aufbruchslust und Entdeckungsfreude ist. Das Theater ist für ihn eine moralische Anstalt, die die Menschen erschüttern und schließlich läutern soll.
Schiller hält sich an den von ihm formulierten Grundsatz, der Mensch ist „nur da ganz Mensch, wo er spielt„. Menschen brauchen die Kunst, damit sie am Leben nicht zugrunde gehen.“
Das berichtet der WDR. Hier geht es zum vollständigen Artikel.
Das Hamburger Abendblatt berichtet: Heute eröffnet Bundespräsident Horst Köhler das Schiller-Nationalmuseum in Marbach, der Geburtsstadt des Dichters. Marbach. Nicht auf Schillers Jugendorte konzentrierte sich die Schiller-Verehrung, die kurz nach seinem Tod 1805 einsetzte und sich zügig zum Schiller-Kult steigerte, sondern auf die Stadt seines Ursprungs, die er mit seinen Eltern im Alter von vier Jahren verließ. 1812 wurde das Geburtshaus durch Befragung von Zeitzeugen identifiziert: ein bescheidener Fachwerkbau mit drei Etagen, in dem die Schillers nur ein einziges Zimmer zur Straße hin bewohnten. „Raum“, schreibt später Schiller in einer seiner Romanzen, „Raum ist in der kleinsten Hütte / für ein glücklich liebend Paar.“ Hier geht es zum kompletten Essay.
Unter der Schlagzeile „Marbachs Schiller-Schau erfreut nur Experten“ berichtet die Welt über das Schiller-Nationalmuseum und über das heutige Jubiläum.
